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Konferenz Gender&IT'18 und zweiter GEWINN-Fachtag: Ein voller Erfolg!

Eine Frau und ein Mann stehen auf der Bühne vor einem Pult

Nicola Marsden und Volker Wulf verabschieden das Publikum Bild: Jürgen Häffner

Auf der GEWINN-Konferenz Gender & IT 2018 wurde der internationale Stand der Forschung zu Gender und IT vorgestellt und diskutiert. Rund 150 Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland aus den Science-, Technology- und Gender-Studies sowie der Informatik präsentierten ihre Arbeit und tauschten ihre Erfahrungen aus. Welche Rolle spielt Gender in der Fahrzeugtechnik, wie beeinflussen Genderstereotype mentale Modelle in der Informatik und wie prägen sie Computerspiele? Ist IT-Weiterbildung eine Frage des Geschlechts und welchen Herausforderungen stehen IT-Unternehmen gegenüber, wenn sie sich Geschlecherfragen im Kontext der Reallabore stellen? Dies sind einige Beispiele für Themen, die in den Beiträgen behandelt wurden.

Nach Eröffnung der Konferenz durch Nicola Marsden (Conference Chair), Raoul Zöllner (Prorektor der Hochschule Heilbronn) und Christine Regitz (SAP SE), startete Karen Holtzblatt mit ihrem Eröffnungsvortrag. In ihrem großartigen Vortrag stellte sie heraus, welche Faktoren die Erfahrungen von Frauen in Technologieunternehmen beeinflussen. Sie präsentierte das WIT Retention Projekt, indem herausgearbeitet wurde, weshalb Frauen in der IT die Unternehmen verlassen oder bleiben. Nur wenn diese Faktoren bekannt sind und in entsprechende Maßnahmen einfließen werden mehr Frauen in Führung und in der IT bleiben.

Das folgende prall gefüllte Programm bot den Teilnehmer/innen 40 Vorträge in acht Sessions und drei Postersessions. Weitere Beispiele für Themen sind: Auswirkungen von chinesischen und indischen Doktoranden auf die „vermännlichte“ Fachkultur in der deutschen Informatik, Transport von Rollenklischees durch Auswahl von männlichen oder weiblichen Namen für humanoide Roboter und Limitierung des Zugangs zu virtueller Realität durch Genderstereotype.

Der Abschlussvortrag wurde gehalten von Volker Wulf, Universität Siegen. Er stellte das Konzept des Grounded Design als Forschungsrahmen vor, der nicht nur für das Design von IT-Artefakten eingesetzt wird. Dabei machte er deutlich, welche Vorteile und Herausforderungen dabei entstehen, wenn Genderaspekte mitgedacht werden. Im zweiten Teil seines Vortrags stellte er eine Gruppe von Projekten in der Dortmunder Nachbarschaft vor, inwiefern Genderaspekte hier eine Rolle spielten.

Die Proceedings der Konferenz sind in der ACM DL Digital Library veröffentlicht und können hier heruntergeladen werden:
Proceedings of the 4th Conference on Gender & IT

Weitere Informationen: wwww.gender-wissen-informatik.de/Konferenz

Am folgenden Fachtag “Organisationskulturen in der IT” kamen 50 Personen aus Wissenschaft, Unternehmen und Institutionen zusammen zum Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. In ihrem Eröffnungsvortrag stellte Bianca Prietl von der TU Dortmund ambivalente Berufsvorstellungen von jungen Softwareentwickler/innen vor. Der Beruf sei nichts für Frauen, da soziale Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit nicht gebraucht würden, so ein männlicher Interviewpartner ihrer Untersuchung. Zugleich stellte er heraus, dass die Fähigkeit, mit Kund/innen zu kommunizieren im Berufsalltag doch sehr wichtig sei.   

Im Anschluss an den Eröffnungsvortrag konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in sechs Workshops folgende Themen diskutieren: Wie können mehr Frauen für Technologieunternehmen geworben werden, welche Vernetzungsmöglichkeiten haben Frauen in IT und wie beeinflussen neue Methoden wie Design Thinking Genderaspekte in Organisationen?

Weitere Informationen: www.gender-wissen-informatik.de/Fachtage/Heilbronn